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Creme selber machen: erste Schritte und Tipps

Creme selber herstellen

Falls Sie Anfängerin sind, kann diese Seite einige Aspekte der Cremeherstellung klären. Außerdem wird sie Ihnen helfen, typische Fehler zu vermeiden, die ich (manche davon) am Anfang auch machte. Im Anschluss können Sie sich ein Paar meiner Rezepte ansehen.

Warum sollte ich meine Gesichtscremes und Körperlotionen selbst herstellen?

  1. Natürliche Inhaltsstoffe sind für mich persönlich einer der wichtigsten Gründe, Cremes zuhause zu machen. Naturkosmetik selber machen? Die leichte Verfügbarkeit der benötigten Inhaltsstoffe macht es einfach! Meine Kosmetik ist bis jetzt auch noch fast zu 100 % BIO.
  2. Persönliche, auf meinen Hauttyp abgestimmte Formel. Jederzeit kann ich den-pH-Wert senken, zusätzliche Vitamine zugeben oder die Konsistenz einer Gesichtscreme verändern. Toll, oder?!
  3. Ihre Creme kann auch eine therapeutische Wirkung haben, wie eine Salbe gegen Neurodermitis oder Psoriasis, speziell wenn Sie bestimmte hochwertige Zutaten (wie Schwarzkümmelöl) und hochwirksame Stoffe (ätherische Öle) verwenden.
  4. Günstig im Vergleich zu gleichartigen Cremes aus dem Handel (Ihre hausgemachten Hautcremes mit hochwertigen Zutaten sind mit s.g. Luxuskosmetik oder qualitativer Anti-Aging-Kosmetik zu vergleichen; herkömmliche Kosmetik ist noch günstiger herzustellen). Das einzige Manko: man hat relativ hohe Einstiegskosten: verschiedene Öle, Emulgatoren kaufen, Zubehör erwerben… Ein Grund, warum manche denken, dass es kostspielig sei, Cremes selber zu machen: sie kaufen Mass-Market-Kosmetik um € 10-20 und steigen dann um auf selbstgemachte Cremes mit der besten und nicht gerade kostengünstigen Zusammensetzung, die in keiner “billigen” Creme vorkommt. Natürlich ist diese hochwertige Zusammensetzung teurer als gekaufte kosmetische Mittel. Also alles ist relativ!
  5. Falls Crememacherei zu Ihrem Hobby geworden ist, wissen Sie, was Sie Ihrer Mutter oder Freundin zum Muttertag oder Geburtstag schenken werden. Eine qualitative, paradiesisch duftende und mit Liebe verpackte Feuchtigkeitscreme! Das Geschenk könnte auch eine Packungsbeilage mit Fotos enthalten, wo alle Inhaltsstoffe und ihre Wirkung aufgelistet sind.

Was ist eine Creme?

Creme ist, kurz gesagt, eine Mischung von Wasser, Öl und zusätzlichen Wirkstoffen. Eine Emulsion ist nur eine Mixtur aus Öl und Wasser. Wasser vermischt sich aber nicht mit Öl. Was tun? Dafür brauchen wir Emulgatoren. Ihre Moleküle haben kleine “Schwänzchen”, die Wasser oder Öl an sich binden. So entsteht Emulsion.
  • Eine Öl-in-Wasser-Emulsion (eher weiche bis flüssige Cremes, die schneller einziehen: leichte Cremes, Fluide, Körpermilch etc.) entsteht, wenn die molekulare Formel des Emulgators mehr hydrophile “Schwänzchen” besitzt. Diese Emulgatoren heißen hydrophile Emulgatoren.
  • Wasser-in-Öl-Emulsionen (dicke, ölige Cremen, die langsam einziehen, hinterlassen einen Film auf der Haut (Okklusion), für trockene und spröde Haut am besten geeignet) bekommt man, indem man hydrophobe sprich lipophile Emulgatoren verwendet. Sie besitzen mehr Teilchen, die Öle anziehen.

Es gibt natürlich andere Inhaltsstoffe in einer Creme. Daher sprechen wir hier nicht von Wasser oder Öl, sondern von Wasserphase und Fettphase.

Die wasserlöslichen Komponenten gehören zu Wasserphase. Hier werden beispielsweise wasserlösliche Vitamine (B, C) und trockene Extrakte aufgelöst - in Wasser, Thermalwasser, Mineralwasser oder Hydrolat.

Alle pflanzlichen Öle und fettlöslichen Komponenten (Bienenwachs oder Vitamine A, D und E) stellen die sogenannte Fettphase (Ölphase) dar.

Erst zum Schluss werden in die fertige, abgekühlte Creme ätherische Öle und verschiedene Wirkstoffe hinzugefügt. Das ist die sogenannte Wirkstoffphase.

Bei Bedarf kommen dann noch Konservierungsstoffe in die Creme.

Was brauche ich, um eine Creme selbst herzustellen? Zubehör

Jede Cremeherstellung benötigt einige Werkzeuge. Ich zähle einfach alles auf, was ich fürs bequeme Rühren ohne Zeitverlust brauche:

  1. Graduierte, feuerfeste Messbecheraus Borosilikatglas (3 oder mehr in unterschiedlichen Größen - ca. 50 oder 100 bis 150 bzw. 250 ml) fürs Wasser und die Fettphase sowie fertige Produkte, die man auch auch direkt auf die Herdplatte stellen kann. Meine Messbecher haben nur Markierungen von 10ml, daher brauche ich auch einen
  2. 2 bis 3 Glasstäbe zum Vermischen der Ingredienzien in den verschiedenen Phasen. Auch benötigt im weiteren Verlauf der Cremeherstellung beim Mischen der fertigen Creme mit ätherischen Ölen und anderen Komponenten.
  3. 2 doppelseitige Spatel aus rostfreiem Edelstahl zum Schneiden bzw. Entnehmen festerer Stoffe wie Sheabutter oder Lanolin.
  4. Messlöffel-Set für pulverförmige Zutaten wie Milchsäure oder Xanthan. Es gibt Sets von 4 bis 6 Stück. Ich habe ein solches Set mit 6: 1 Esslöffel (15 ml), 1 Teelöffel (5 ml), 3/4 Teelöffel (3,75 ml), 1/2 Teelöffel (2,5 ml), 1/4 TL (1,25 ml), 1/8 TL. (0,63 ml). Diese Unterteilungen sind mehr als ausreichend.
  5. DIY-Creme Werkzeug Messbecher
  6. Waage auf Milligramm genau, d.h. ab 0,01 g. Eine Waage, die erst ab 0,5 g auflöst (wie es zuerst in meinem Fall war), ist zu ungenau, da manche Stoffe nur in Mengen von 0,1 bis 0,5 % in die Creme eingefügt werden. Es ist also durchaus möglich, dass Sie für 50 ml Creme 0,05 g einer bestimmten Komponente brauchen.
  7. Thermometer bis 110 Grad - nicht zu kurz wegen Verbrennungsgefahr!
  8. Quirl oder Mini-Mixer. Ich habe einen Quirl für Kaffeeschaum, mit Akku-Betrieb und zwei Aufsätzen (verwende aber nur den kleinsten davon, für Cremes bis 100-120 ml Menge sicherlich ausreichend).
  9. pH-Wert-Streifen, zum Messen der Säuerlichkeit von Cremes, falls die Creme zu basisch oder sauer ist. Ein elektronischer pH-Wert-Messer ist für Ihre Gesichtscremes, Augencremes oder Lotions nicht geeignet, für Gesichtswasser/Tonics jedoch perfekt (elektronische PH-Messgeräte funktionieren in Ölen nicht zuverlässig).
  10. Edelstahl-Messbecher in verschiedenen Größen mit Griff fürs Aufwärmen auf dem Herd oder fürs Wasserbad sind eine gute Ergänzung zu den Glasbechern. Kein unbedingtes Muss, erhöhen aber den Komfort beim Rühren! Die kleinen Tiegel könnte man auch in so einem Messbecher von 250 ml jederzeit abkochen, falls es nach dem Rühr-Prozess erforderlich ist. Auch kann es nötig sein, Spatel und Stäbchen während des Rühr-Prozesses zu desinfizieren.
  11. Tiegel, Dosen, Fläschchen für die ferigen Cremes / Produkte. Ich bevorzuge dickes, dunkles Glas. Das dunkle Glas schützt vor Licht und Sonneneinstrahlung und stellt einen zusätzlichen Schutz dar.
  12. Küchenzange zum Entnehmen des Zubehörs aus dem heißem Wasser nach der Sterilisierung. Vorzugsweise aus Edelstahl. Rutschfest (mit Silikon-Beschichtung etwa) sollte sie auch sein.
  13. Messzylinder oder Reagenzglas mit Fuß, graduiert bis zu 5 ml (am besten mit einer Farbe, die man auch am Abend sieht, so meine Erfahrung), für kleinere Mengen und zum Dosieren von Flüssigkeiten wie Öl. Ich probierte verschiedene Möglichkeiten aus und kam zu dem Schluss, dass dieses Teil besser ist als Spritzen oder Pipetten. Sie sparen damit viel Zeit (ohne Zwischenschritte nur einmal direkt aus der Flasche mit dem Öl nachfüllen).
    Außerdem haben Sie dann keine Abfälle - Sie nehmen genau die Menge, die Sie brauchen.
  14. 1 Glas-Trichter. Ein kleiner Helfer, der das Einführen der Flüssigkeiten in das Reagenzglas / Messzylinder erleichtert. Nicht vergessen: alles ist hitzebeständig!
Zubehör Creme selber machen

Arbeitsvorbereitung:

Desinfizierung des Zubehörs vor dem Rühren

  1. Säubern Sie zuerst alle Oberflächen gründlich.
  2. Desinfizieren Sie alle Arbeitsoberflächen mit hochprozentigem Alkohol oder Desinfektionsmittel und legen Sie sterile Einwegtücher auf. Auch Teile wie etwa der Handgriff vom Quirl sollten mit Alkohol desinfiziert werden.
  3. Sterilisieren Sie alle Behälter und Werkzeuge 10 Minuten lang in einem Topf (langsam Kochen) und legen Sie alles auf die vorbereiteten Tücher auf.
  4. Vor der Sterilisierung bearbeiten manche Hobby-Kosmetikmacher das ganze Inventar noch zusätzlich mit Alkohol.
  5. Tragen Sie sterile Handschuhe beim Rühren.

Denken Sie immer daran: Konservierungsstoffe dämmen die Vermehrung der Mikroorganismen, ihre ursprüngliche Zahl in den Tiegeln hängt aber von den hygienischen Bedingungen bei der Zubereitung ab.

Tipps und Warnungen für Anfänger

  1. Je weniger Plastik, desto besser, am besten gar keins! Alle Behälter und das ganze Zubehör sollten aus hitzebeständigem Glas (Cremes) bzw. Edelstahl (für Zutaten ohne ätherische Öle) sein. In fertigen Cremes mit ätherischen Ölen, die in Plastik- oder Metallbehältern gelagert werden, können ungesunde oder gar giftige Stoffe entstehen. Das Equipment muss außerdem vor der Zubereitung sterilisiert werden, und Kunstoff kann sich dabei deformieren.
  2. Fangen Sie nicht mit komplizierten Rezepten an, probieren Sie zuerst ein einfaches Rezept mit 3 bis 5 Komponenten, um zu verstehen, wie Cremes selbermachen überhaupt funktioniert.
    Beispiel: Olivenöl, Bienenwachs, Vitamin E, Wasser. In späterer Folge werden Sie lernen, zusätzliche teurere Wirkstoffe wie Retinol oder Hyaluronsäure zu verwenden und mit verschiedenen Emulgatoren umzugehen. Ich fing auch nur mit den günstigsten Ölen, Bienenwachs und sehr geringem Wasseranteil an. Später kam Xanthan dazu. Diese Anfänger-Rezepte finden Sie zum Beispiel hier oder hier. Noch später machte ich Cremes mit hochwertigeren Ölen, Emulgatoren und Wirkstoffen. Rezepte für Fortgeschrittene können Sie auf creme-selber-machen.info auch finden.
  3. Überschreiten Sie nie die empfohlene Konzentration der Kosmetik-Inhaltsstoffe. Hier geht es um Ihre Gesundheit, nicht nur um die Konsistenz der Creme. Bei Unsicherheit gilt bei mir der Regel: besser weniger als mehr. Als Anhaltspunkt können Sie meine Mengentabelle für nicht abwaschbare Kosmetik wie Cremes, Gesichtswasser oder Seren verwenden (ohne Gewähr!). Führen Sie immer einen Allergie-Test vor der Anwendung durch - siehe unten.
  4. Harte Öle (Butter und Fette) dürfen nicht vor oder während des Erhitzen der Fettphase zugefügt werden, sondern erst später im Abkühlungsprozess, nachdem die Fettphase nicht mehr auf der Wärmequelle steht. Butter und Fette separat vorsichtig erwärmen, erleichtert das Vermischen. Grund dafür ist die Hitzeempfindlichkeit der festen Öle. Wir wollen doch nicht, dass die kostbaren Öle ihre Wirkung verlieren?
  5. Beim Rühren der Creme können Sie sie ins kalte Wasserbad stellen, damit sie schneller abkühlt. Erst wenn sie Körpertemperatur erreicht, können Sie ätherische Öle und zusätzliche Wirkstoffe hinzufügen. In meinen Rezepten sehen Sie auch die empfohlene Reihenfolge.
  6. Wenn Ihnen die Konsistenz oder Komedogenität (zu hoch = verstopft die Poren) Ihrer Gesichtscreme nicht gefällt, können Sie sie für die Fußpflege verwenden.
  7. Alle verwendeten ätherische Öle (idealerweise jeder Stoff) sollten vorher auf der Haut getestet werden, um allergische Reaktionen auszuschließen!

Was sind Basisöle und ätherische Öle?

Basisöl (Trägeröl) ist das Öl, in dem ätherische Öle aufgelöst werden, sie werden aber auch pur angewendet. Basisöle werden meist aus Samen und/oder Früchten gewonnen. Ganz einfach: es sind alle Pflanzenöle wie Olivenöl, Macadamia-Öl, Kokosöl, Sheabutter oder Traubenkernöl.

Ätherisches Öl ist ein konzentriertes Produkt und wird aus Blüten, Blättern oder Schalen gewonnen. Ätherische Öle müssen (in Trägerölen, Honig, Salz, Alkohol, Glycerin etc) aufgelöst werden.

Ausnahme ist die punktuelle Anwendung “erlaubter” Öle wie Teebaumöl auf Pickel aufzutragen oder Lavendelöl als Aufhellungsmittel für Akne-Flecken - ebenfalls nur punktuell. Ich bin keine Expertin, aber ich habe die Erfahrung gemacht, diese zwei sind die einzigen, die für die pure Anwendung, wenn auch nur punktuell, geeignet sind. Alle anderen - gar nicht oder nur unter fachärztlicher Aufsicht.

Achtung: nicht jeder verträgt alle ätherischen Öle!

Ätherische Öle sind starke, hochkonzentrierte, häufig leicht entzündbare, kosmetische und therapeutische Essenzen. Sie bestehen aus Stoffen wie Ester, Terpenen, Alkoholen, Ketonen etc, und jeder davon kann allergische Reaktionen auslösen.

Ich empfehle, immer einen Test zu machen, bevor Sie ein neues ätherisches Öl einsetzen. Verdünnen Sie das Öl bis zur gewünschten Konzentration (die Sie auch in der Creme planen). Zum Beispiel, 1 % oder 1 Tropfen auf 5 ml eines Basisöles. Tragen Sie diese Mischung auf die Ellenbogen-Grube oder hinter dem Ohr auf. Wenn Sie innerhalb von 12 bis 24 Stunden keine Reaktion sehen (Schwellung, Rötungen, Juckreiz usw), können Sie dieses ätherische Öl in der getesteten Konzentration verwenden.

Aufbewahrung einer selbstgemachten Creme

Lagern Sie eigene Cremes im Kühlschrank - so bleiben sie länger frisch. Bei Zimmertemperatur können sich in einer Creme ohne Konservierungsstoffen oder starken Antioxidantien Bakterien vermehren, und das passiert schneller als Sie es sich vorstellen können, denn eine Creme enthält immer eine Wasserphase - die “Lieblingsumgebung” der Mikroben.

Beschriften Sie Ihre Gesichtscremes, Handcremes und Körpermilch mit aussagekräftigen Namen (z. B. Handcreme mit Lavendel- und Orangenöl), Herstellungsdatum und voraussichtlichem Ablaufdatum.

Im Kühlschrank kann man Cremes ohne richtige Konservierer maximal 2 Wochen aufbewahren (auch von den Zutaten abhängig). Lesen Sie, welche Zutaten die Haltbarkeit einer Creme verkürzen und welche verlängern.

Entnehmen Sie kleinere Mengen der Creme mit einem sauberen Spatel aus der Dose, nicht mit dem Finger - steriler Umgang erhöht die Lagerfähigkeit.

Ist Ihnen die Theorie zu kompliziert? Dann schauen Sie sich meine Lieblingsrezepte an, die ich zusammengestellt und getestet habe. Viel Spaß beim Rühren!

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