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Haltbarkeit der selbstgemachten Cremes

Einer der wichtigsten Gründe, Kosmetik zuhause herzustellen, ist ihre Natürlichkeit. Leider hat Naturkosmetik ohne jegliche Konservierungsstoffe ein ziemlich kurzes Haltbarkeitsdatum. Sie enthält keine Parabene (umstrittene Stoffe, die ich in meiner Kosmetik ungerne habe) - die billigsten Konservierer, die aber auch sehr wirksam gegen Mikroorganismen sind. Cremes mit ähnlichen industriellen Konservierungsmitteln bleiben bis zu 3 Jahren lang anwendbar. So eine lange Haltbarkeitsdauer ist für mich gleichzeitig der Indikator, dass diese Cremes für meine Haut nichts Gutes bereiten. Ihre Gifte, die Bakterien und Pilze abtöten, können auch für die Haut schädlich sein. Was bleibt, ist natürliche Konservierer zu verwenden. Einige davon “konservieren” nur leicht, bzw. verhindern ein schnelles Wachstum der Mikroben, andere wirken auch stärker. Was tun, um die Haltbarkeit einer selbstgemachten Creme zu verlängern?

Natürliche Konservierungsstoffe für hausgemachte Kosmetik

Ich muss gleich sagen, dass diese natürlichen Konservierer nicht so wirksam sind, wir die meisten industriellen. Aber wir suchen ja eine Lösung für Naturkosmetik. Da muss man sich gleich entscheiden: natürliche, gesunde Kosmetik ohne Parabene oder Kosmetik, die ewig haltbar ist.

DIY-Cremes haltbar machen

Wenn Sie sich fürs erste entscheiden (vermute ich, weil Sie diesen Artikel lesen), dann sollten Sie jeden Tag eine neue Creme machen. Nein! Natürlich nicht nicht jeden Tag. Sie sollten nur wissen, welche Stoffe die Haltbarkeit der Kosmetik verlängern, aber auch jene, welche sie verkürzen.

Leichte “Konservierer”

Es gibt sogenannte “inoffizielle Konservierer”, oder natürliche Konservierungsstoffe, d. h., sie haben zwar einen konservierenden Effekt, allerding nicht so ausgeprägt. Man kann sich auf diese Stoffe nicht immer hundertprozentig verlassen. Dazu zählen beispielsweise:

  • ätherische Öle (die stärksten sind Manukaöl und Teebaumöl),
  • Propolis,
  • Alkohol,
  • Bienenwachs,
  • Milchsäure (Е270). Sie wird auch in Lebensmitteln wie Milchprodukten als leicht konservierende Komponente eingesetzt.

Um eine längere Haltbarkeit zu erreichen, kann man mehrere dieser Stoffe mit Antioxidantien verwenden.

Antioxidantien

Es sind Stoffe, die auch eine antibakterielle Wirkung haben, indem sie Oxidation verhindern.

Viele Extrakte, die Tannine und Flavonoide enthalten, haben einen antioxidativen Effekt. Wikipedia-Zitat (https://de.wikipedia.org/wiki/Tannine#Verwendung) aus dem Artikel über Tannine: “Als ausgeprägte Antioxidantien finden sie als Nahrungsergänzungsmittel Verwendung und werden auch zur Lebensmittelkonservierung eingesetzt. Sie wirken zudem antiviral und antibakteriell.”

Zu dieser Gruppe gehören:

  1. Eichenrindenextrakt,
  2. Birkenblatt-Extrakt,
  3. Rosmarin-Extrakt,
  4. Grüner-Tee-Extrakt,
  5. Sanddorn-Extrakt,
  6. Kiefernrindenextrakt.

Pflanzliche Extrakte, die reich an Benzoesäure sind, besitzen ebenfalls eine bakterizide und fungizide (pilztötende) Wirkung und sind starke Antioxidantien. Das sind:

  1. Moosbeerenextrakt (auch entzündungshemmend),
  2. Preiselbeeren-Extrakt (Cranberry Extrakt),
  3. Heidelbeer-Extrakt.

Auch in Honig ist Benzoesäure enthalten. Eine gute Nachricht für mich! Ich liebe Honig als kosmetisches Mittel in Masken und in Tonics (Gesichtswasser). Aber eines soll man beachten: Honig enthält gleichzeitig Zucker - die beste Umgebung für Bakterien. Daher sollte man Honig nur zusammen mit “starken” Konservieren verwenden oder daraus bereitete Kosmetik nur ein Paar Tagen lagern.

Es gibt noch andere organische Stoffe, die vielen Beeren und Früchten ihre antioxidative Wirkung verleihen. Ohne sie alle zu unterteilen, nenne ich hier einfach einige davon:

  1. Weintraubenextrakt (starke Antioxidantien sind Oligomere Proanthocyanidine - OPCs),
  2. Teebaum-Extrakt,
  3. Vogelbeere-Extrakt,
  4. Granatapfel-Extrakt,
  5. Acai-Beere-Extrakt,
  6. Johannisbeer-Extrakt.

Was mir am besten gefällt, ist dass alle pflanzlichen Extrakte, die als starke Antioxidantien gelten, laut verschiedenen Studien, die Hautalterung aufschieben sollen. Also, es ist das natürlichste aller Anti-Aging-Mitteln!

Noch ein riesiger Bonus: sie enthalten eine Menge Vitamine, Bitterstoffe und Mineralien, die die Haut täglich braucht. Ich kaufte gleich eine ganze Reihe trockener Anti-Aging-Extrakte (Antioxidantien) in einer Dose für meine Kosmetik-Produkte. Es sind Kapseln mit trockenen Extrakten folgender Beeren und Früchte:

  1. Traubenkern (OPC),
  2. Aronia (Apfelbeere),
  3. Goji,
  4. Acai,
  5. Heidelbeere,
  6. Cranberry (Preiselbeere),
  7. Granatapfel.

Auch Vitamin E ist ein natürlicher Antioxidant. Ja genau - dieses fettlösliche Vitamin, das in pflanzlichen Ölen steckt und dafür verantwortlich ist, dass sie nicht ranzig werden.

Wie noch kann man die Haltbarkeit der selbstgemachten Cremes verlängern?

  • Gekochtes oder destilliertes Wasser verwenden.
  • Im Kühlschrank lagern, mit sauberem Spatel entnehmen.
  • Je frischer die Öle sind, desto besser. Öle, die schon an der Grenze sind, sollte man (auch aus gesundheitlichen Gründen) nicht verwenden. Das Gleiche gilt bei Hydrolaten.
  • Stabile Öle (oxidative Stabilität) in Hauskosmetik verlängern ihre Haltbarkeit. Beispiele instabile Öle: Leinöl (wird relativ schnell ranzig), Traubenkernöl. Beispiele stabile Öle: Marula-Öl (reich an Antioxidantien), Weizenkeimöl (reich an Vitamin E), Jojoba-Öl.

Was verkürzt die Haltbarkeitsdauer der Naturkosmetik?

  • Kräutersude,
  • Kräutertees,
  • Lecithin.

Wie lange lagere ich meine Cremes im Kühlschrank?

Ich sterilisiere selbstverständlich das ganze Zubehör und Tiegel durch Abkochen beim Zubereiten, nehme immer einen Spatel zum Dosieren und verwende in jeder Creme einige Zutaten, die die Haltbarkeit verlängern: Antioxidantien, Vitamin E, ätherische Öle, Milchsäure… Allerdings (noch) keinen Alkohol. Diese Cremes bleiben bei mir maximal 2 Wochen in Verwendung. Innerhalb dieser Zeit verändern sie weder ihre Konsistenz noch den Geruch. Ich kann aber trotzdem nicht garantieren, dass sie absolut keimfrei sind. Über längere Zeit lagere ich sie nicht, da ich keine negativen Effekte auf die Haut riskieren will. Selbst wenn selbstgemachte Cremes noch “in Ordnung” zu sein scheinen, so kann sich ihre positive Wirkung auf die Haut bei zu langer Lagerung ins Gegenteil umkehren.

Falls Sie gar keine Stoffe wie Bienenwachs, Propolis, Vitamin E oder ätherische Öle verwenden, sollten Sie die Haltbarkeit Ihrer Kosmetik auf maximal 1 Woche beschränken, am besten 4 bis 5 Tage. Und natürlich immer nur im Kühlschrank aufbewahren.

Die angeblich beste “grüne” Alternative: Grapefruitkernextrakt

Es gibt mehrere Erfahrungen (meine Recherche in verschiedenen Sprachen), die eine hohe antiseptische Wirksamkeit des Grapefruitkernextrakt als Konservierungsmittel bestätigen. Dieses Mittel sei gegen viele Bakterien, Viren und Pilze resistent und verlängere die Lebensdauer der hausgemachten Kosmetik um einen Monat, so die Aussage eines vertreibenden Online-Shops!

Manche Frauen halten ihre Cremes sogar bei Zimmertemperatur einen Monat lang und sie bleiben so lange “unbedenklich”. Ob es wirklich stimmt oder nicht, weiß ich noch nicht mit Sicherheit.

Ich verwende Biokons - einen natürlichen und relativ starken Konservierungsstoff

Darüber werde ich demnächst einen separaten Beitrag schreiben. Bleiben Sie dran!

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