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Rezept vegane Handcreme für trockene Haut

Man sollte sich selbst nicht loben (wieso eigentlich nicht?), aber diese schnell einziehende vegane Handcreme mit dem holzig duftenden Zedernöl (Zedernholzöl) und erfrischenden Noten von Bergamotte ist meine best gelungene Creme bis jetzt. Nicht nur die Wirkung, auch das Aussehen und die Konsistenz. Die letzte ist allerdings erst beim zweiten Mal gelungen - musste einiges anpassen. Auch für die Haut war die erste Variante zu aggressiv: zu viel Urea, zu viel Milchsäure, zu viele ätherischen Öle… Nun ist die Handcreme 2.0 meine tägliche Pflege für die Hände und ich erwarte viel davon. Vor allem, dass sie auch mein nässendes Ekzem (stellenweise sehr trocken) beseitigt. Eigentlich war das sogar der ursprünglich Plan - eine Creme gegen Ekzem selbst herzustellen. Mal sehen, mal abwarten, und die Creme brav weiter anwenden.


Gesamtmenge (ungefähr): 80 ml

Vegane Handcreme für trockene Haut selber machen: Zutaten

  1. Jojobaöl: 8,40 g (FP)
  2. Olivenöl: 5,60 g (FP)
  3. Sesamöl: 7,70 g (FP)
  4. Borretschöl: 5,60 g (WSP)
  5. Candelillawachs: 2,10 g (FP)
  6. Vitamin E: 3,00 Tropfen (WSP)
  7. Cetylalkohol: 0,50 g (FP)
  8. Lamecreme: 6,00 g (FP)
  9. Wasser: 42,00 g (WP)
  10. Urea (Harnstoff): 2,00 g (WSP)
  11. Milchsäure: 0,20 g (WP)
  12. Allantoin: 0,35 g (WSP)
  13. Kamillenextrakt: 2,5 g (WP)
  14. D-Panthenol: 2,1 g (WSP)
  15. Zedernholzöl: 7,00 Tropfen (WSP)
  16. Bergamottöl: 5,00 Tropfen (WSP)
  17. Kaliumsorbat: 1,10 g

Zubereitung Feuchtigkeitscreme "Zeder-Bergamotte"

  1. Führe alle öllöslichen Komponenten (FP) zusammen, außer den hitzeempfindlichen.
  2. Allantoin und Urea werden in einem kleinen Menge Wasser aufgelöst, damit sie nicht mit der Wasserphase erhitzt werden.
  3. In den zweiten Becher sollen alle wasserlöslichen Zutaten (WP, außer etwas Wasser zum Auflösen des Allantoin - dieses noch nicht beimengen) deiner zukünftigen DIY-Handcreme für trockene Haut rein.
  4. Erhitze sie auf der Herdplatte auf ca. 70 Grad.
  5. Führe die beiden Phasen vorsichtig zusammen. Dies dauert dauert weniger als eine Minute. Dabei rühre ständig mit einem Mixer.
  6. Wenn die Emulsion fertig ist, füge die Wirkstoffe hinzu (WSP).
  7. Rühre nun das Wasser mit Allantoin und Urea rein.
  8. Stelle pH-Wert ein und konserviere deine Creme (hier mit Kaliumsorbat). Zur pH-Wert-Einstellung nehme ich 2 kleine Prisen (Messerspitzen sind dafür zu “groß”) Natron.

Trotz der ziemlich hohen Anzahl der Ingredienzien ist die vegane Handcreme einfach zu machen, da der Emulgator (Lamecreme) leicht zu handhaben ist. Zudem wird die Emulsion zusätzlich mit dem Co-Emulgator (Cetylalkohol) stabilisiert.

Handcreme selber herstellen - trockene Haut

Warum solltest du die beruhigende und feuchtigkeitsspendende Handcreme selber machen?

  • Sie beseitigte die rauen Stellen auf meinen Fingern in 3 bis 4 Tagen restlos. Die Haut wurde wieder glatt! (außer du hast eine sehr raue Haut, die ein starkes Peeling benötigt)
  • Die Handcreme beruhigt irritierte gerötete Haut, lindert Juckreiz.
  • Spendet Feuchtigkeit.
  • Macht die Haut weich.
  • Der dünne Film aus Wachs und Emulgator bleibt länger auf der Haut und schützt sie vor Austrocknung. Das ist mir persönlich sehr wichtig, da ich oft einfach keine Zeit habe, regelmäßig die Hände einzucremen.

Darf man diese hausgemachte Creme im Gesicht anwenden? Ja! Ich habe es ausprobiert und es hat geklappt. Allerdings sind knapp 3 Prozent Urea nach meiner Meinung zu viel fürs Gesicht, also nur in den trockensten Phasen als schnelle Hilfe auftragen, nicht dauerhaft. Oder: als Post-Peeling-Pflege.

Ich verwendete diese DIY-Creme nach dem Salicylsäure-Peeling im Gesicht. Wer mit chemischen Peelings Erfahrung hat, weiß, was die Haut danach braucht:

  1. feuchtigkeitsspendende Pflege (unbedingt notwendig!),
  2. regenerative Wirkstoffe (sehr empfehlenswert),
  3. beruhigende Komponenten (empfehlenswert).

All das ist in dieser veganen Handcreme vorhanden:

  1. D-panthenol, Urea (Harnstoff), Milchsäure,
  2. Vitamin E, Pflanzenöle, Candelillawachs, Zedernöl, Bergamottöl,
  3. Kamillenextrakt, Borretschöl, Allantoin.

Und es wirkte! Schon nach dem ersten Auftragen wurde die Haut beruhigt (Rötungen nach dem Duschen, Tag 5 des Peelings), die Häutung setzte sich diesmal um einiges aktiver durch (beim ersten Peeling musste ich es fast erzwingen), die Spannung und das Ziehen waren sofort weg.

Einige Wirkstoffe der veganen Handcreme “Zeder-Bergamotte”

Dexpanthenol (D-Panthenol) ist ein Derivat der Pantothensäure. Er stimuliert die Hautregeneration, normalisiert den Zellstoffwechsel und erhöht die Elastizität der Kollagenfasern. Deutlich zu spüren sind auch die regenerierende und entzündungshemmende Wirkung.
Der Mangel an Pantothensäure wird festgestellt, wenn die Hautmantel beschädigt ist, und dieser kann durch die lokale Anwendung des D-Panthenols (auch als Provitamin B5 bekannt) gedeckt werden.

Vitamin E, sprich Tocopherol. Wusstest du, dass das Wort “Tocopherol” aus dem altgriechischen “Gebärfähigkeit fordernd” bedeutet? Anfang des XX Jahrhunderts, als Vitamin E entdeckt wurde, stellten die Wissenschaftler auch fest, dass sterile Ratten (nach einer speziellen Diät, die zur Sterilität führte: Kasein, Speck und Milchfett) plötzlich wieder fortpflanzungsfähig wurden, nachdem sie einige Zeit lang Salatblätter zum Essen bekommen hatten. Richtig, mit Vitamin E. Die Verbindung zwischen Fertilität (natürlich auch bei Menschen) und Vitamin E wurde vergessen, seine antioxidativen Eigenschaften aber nicht.
Vitamin E schützt Zellen vor Oxidation (wirkt der Hautalterung entgegen) und mechanischer und chemischer Verletzung. Es spielt auch eine große Rolle bei der Aufbau der Hautbarriere und macht sie widerstandsfähiger und elastischer, was bei Handcremes für beschädigte oder trockene Haut ganz wichtig ist. Somit wird das Eindringen von Keimen und Viren verhindert. Die Wundheilung erfolgt mit Tocopherol auch schneller - das ist der Grund, warum dieses Vitamin so oft in Handcremes gegen rissige oder raue Haut eingesetzt wird, sowie in Cremes gegen Psoriasis und bei sehr trockener Haut.

Borretschöl gilt als eine der besten Quellen der gamma-Linolensäure - einer von zwei essentiellen Fettsäuren. Das Öl bringt Leben in die Hautzellen und fördert die Regeneration der Haut. Borretschöl wird schnell von der Haut aufgenommen und ist für jeden Hauttyp geeignet, ganz besonders für die trockene, rissige und welkende Haut. Dank der GLA bringt das Borretschöl große Erleichterung für die Haut, die vor Allergien, Dermatitis, Ekzem oder Irritationen und Entzündungen aller Art leidet.

Allantoin ist so schonend, dass es auch in Babypflege ein häufiger Gast ist. Was kann es? Bei sensibler Haut minimiert es den Einfluss der potentiell aggressiven Kosmetik-Komponenten (falls vorhanden), stimuliert das Wachstum neuer Hautzellen, verfeinert die Poren, wirkt entzündungshemmend und beruhigend.

Und was ist der Preis für dieses Luxus?

Die Zutaten für 1 Liter dieser Handcreme kosten mir ca. € 34,54. Für eine ähnliche (nicht unbedingt vegane) Handcreme auf dem Markt der “Bio-Naturkosmetik” würde man jenseits € 600 pro Liter zahlen. € 300 kostet schon - nach einer schnelle Analyse - eine (relativ) gute Handcreme mit Pflanzenölen und Vitamin E aber ohne Extrakte und ätherische Öle (Stand Februar 2020).

Selbstverständlich variieren bei mir die Kosten abhängig davon, wo und welche Mengen von Rohstoffen ich kaufe, und sollen dir nur als Anhaltspunkt dienen:) Fast alle meine Zutaten sind in Bio-Qualität, andernfalls wäre die handgemachte Creme um einiges günstiger in der Herstellung. Besonders die mit “Bio” gekennzeichneten Pflanzenöle sind kostspielig. Schönheit hat ihren Preis.

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